VERLUSTANGST

Wenn die Angst davor, jemanden oder etwas zu verlieren, das Leben zur Qual macht.

Verlustangst hast viele Facetten. Sie kann in vielen unterschiedlichen Situationen auftreten. Es beinhalte die Angst einen geliebten Menschen oder ein Tier zu verlieren, genauso wie die Angst den Job, das Haus oder manchmal auch Lebensgefühle zu verlieren. Am häufigsten zu beobachten ist diese Angst jedoch in Beziehungen oder beim Beziehungsaufbau. Typische Anzeichen sind Eifersucht, Kontrollzwang und Misstrauen, emotionale Abhängigkeit oder übermäßiges Verlangen nach Bestätigung und Aufmerksamkeit. Anders betrachtet, stellen diese Verhaltensweisen Hilfeschreie dar. Sie sollen der Person dabei helfen, die aufkommende Angst vor dem Verlassenwerden auszuhalten.

Vielleicht kennst du so eine Situation:

Du hast gerade jemanden kennengelernt. Du hast Schmetterlinge im Bauch. Es fühlt sich alles sehr schön an. Recht schnell kippt aber das gute Gefühl in dir. Du wirst unruhig, nervös und bekommst vielleicht eine nicht einzuordnende Angst, wenn der Mensch mit dem du gerade noch zusammen warst, geht und dir nicht zeitnah und regelmäßig Aufmerksamkeit und Bestätigung gibt. So ganz erklären kannst du dir deine Reaktion nicht. Aber es fühlt sich schrecklich in dir an. Du bist irgendwie in eine emotionale Falle getappt, die du nicht mehr kontrollieren kannst. Gedanken kreisen nur noch um die eine Person. Du wirst immer unruhiger. Das einzige was dich beruhigt, ist ein Lebenszeichen der anderen Person. Am schlimmsten wird es, sobald ihr miteinander geschlafen habt. Dabei dachtest du, danach sollte es besser sein. Es sollte die Beziehung doch besiegeln, fester und inniger machen. Aber es war ein Trugschluss.

Du bräuchtest jetzt so sehr das Gefühl, dass dieser Mensch es ernst mit dir meint, dass er bleibt, dann könntest du dich wieder etwas erholen und zu dir finden. Aber gerade löst du dich förmlich auf. Fühlst dich vielleicht wie gelähmt. Du hörst auf dein Leben zu leben. Verabredest dich nur noch ungern oder gar nicht. Zu sehr versuchst du, Zeit für ein mögliches Treffen freizuhalten.

Es ist so ambivalent. Du weißt insgeheim, dass in dir viel zu viele Emotionen toben. Ihr kennt euch doch noch gar nicht so lange. Aber du kannst deine Gefühle einfach nicht kontrollieren und noch weniger aushalten. Bevor du diesen Menschen kanntest, warst du selbstsicher und taff. Du hattest ein Leben. Und jetzt fühlst du dich nur noch wertlos, klein und unsicher. In dir tobt ein Kampf. Du bist wie eine Süchtige. Du gierst nach jeder kleinen Aufmerksamkeit von dieser Person. Eine Nachricht, ein kurzer Anruf. Es ist wie ein Kick, der dir für kurze Zeit Erholung verspricht. Du brauchst das alles so sehr, als hänge dein Leben davon ab. Und dabei willst du doch einfach nur endlich irgendwo ankommen.

Nun fängst du an, dich über dich selber zu ärgern. Du merkst wie bescheuert das alles ist. Aber du steckst in dieser emotionalen Abhängigkeit zu sehr drin. Du weißt, dass die Art und Weise wie du mit der anderen Person umgehst, dich nur noch mehr von ihr entfernt. Dein Wunsch, eine erfüllende Beziehung zu führen, wird immer unerreichbarer. Du schaffst es nicht, deine Angst, Wut und Traurigkeit weiter zu unterdrücken. Du verlangst auf unterschiedlichste Art und Weise von der anderen Person immer wieder Bestätigung oder Aufmerksamkeit. Wenn du Glück hast, ist die andere Person verständnisvoll und ihr versucht mit dieser Angst umzugehen. Wenn es nicht so gut läuft, ist die andere Person recht schnell weg, weil du zu viel Druck gemacht hast, weil du vielleicht wütend, sauer und ungehalten wurdest.

Im ersten Fall, kannst du zwar nun weiter in der Beziehung bleiben, immer wieder fühlt es sich für dich aber unerträglich an. Die Angst, die andere Person könnte dich verlassen, hindert dich daran dein Leben weiter zu leben. Du bist nicht mehr du selber. Du fühlst dich immer häufiger wertlos und nicht gut genug. Der psychische Stress steigt stark an.

Im zweiten Fall ist es zwar nun zu Ende und deine Angst wurde bestätigt. Aber du empfindest vielleicht sogar ein wenig Erleichterung. Endlich ist diese Angst weg. Lange hättest du diesen Zustand nicht mehr ausgehalten. Nun klopft aber diese Traurigkeit bei dir an und du verurteilst dich für das was passiert ist. Einsamkeit und Verzweiflung sind nun deine Begleiter. Was übrig bleibt ist dieser Schmerz in deinem Herzen, Selbstvorwürfe und eine fast unerträgliche Sehnsucht nach Liebe.

Warum passiert das mit dir?

Die Vorstellung, vom Partner verlassen zu werden, erzeugt bei den meisten Menschen erstmal ein ungutes Gefühl oder auch Angst. Zumeist ist die Intensität dieser Angst jedoch gut auszuhalten. Wir können damit umgehen und die Vorstellung kann im Anschluss schnell als „nicht real“ abgelegt werden.

Bei Verlustangst verhält es sich etwas anders. Hier quält die Angst so sehr, dass sie für die Betroffenen kaum auszuhalten ist. Unsicherheit und Unruhe machen sich im Körper breit. Es können Symptome wie Herzrasen, ein unregelmäßiger Herzschlag, Engegefühl im Hals oder in der Brust, Luftnot, Schwitzen, Zittern oder das Gefühl von „Watte im Kopf“ auftreten.

Gedanken wie „Bleibt dieser Mensch bei mir oder werde ich wieder verlassen? Liebt er mich?“ befeuern die Symptome. Ein unerträglicher Stress entsteht im Körper. Die Angst vor einem erneuten Verlust wird immer größer.

Diese Empfindungen im Köper, das Gefühlschaos und die aufdrängenden Gedanken führen häufig zu Handlungen, die die Beziehung zusätzlich belasten. Vielleicht hast du dich im Nachhinein auch schon häufiger über deine Reaktionen geärgert und hast dich selber nicht mehr erkannt. Betroffene von Verlustangst fühlen sich häufig ausgeliefert und als Opfer der Situation oder der anderen Person.

Die Ursachen für diese Angst, findet man zumeist in der Kindheit und hat viel mit der Bindungsentwicklung in dieser Phase zu tun. Sie kann aber auch durch Betrug während einer Beziehung, falsche Partnerwahl oder durch einen aktuellen Verlust durch Tod oder Trennung ausgelöst werden.

Damit diese Angst überwunden werden kann, hilft eine bindungsorientierte Psychotherapie. In meiner Praxis biete ich dafür individuelle Hilfe an. Gemeinsam schauen wir uns dein Problem an und suchen nach deiner speziellen Lösung.

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Katrin