SPEZIALISIERUNG: BINDUNGSTRAUMA & ENTWICKLUNGSTRAUMA

ENTSTEHUNG VON ENTWICKLUNGSTRAUMA UND BINDUNGSVERLETZUNGEN

Ein Bindungs- und Entwicklungstrauma entsteht durch andauernde tiefgreifende seelische oder körperliche Verletzungen in der Kindheit. Lebt ein Kind mit der ständigen Überzeugung, nicht richtig, nicht gut genug oder nicht erwünscht zu sein, kann sich ein andauernder Stresszustand im Körper festsetzen. Meist geht diesem Zustand ein langer Leidensprozess von gefühlter Hilflosigkeit, Gewalterfahrung und Unterdrückung voraus.

WAS FÜR VERLETZUNGEN SIND DENN DAMIT GEMEINT?

Evtl. bist Du in einem chaotischen, direktiven oder gefühlskalten Elternhaus aufgewachsen. Vielleicht kam es in Deiner Familie zu Handgreiflichkeiten oder Du wurdest direkt oder subtil gedemütigt. Auch wenn Du zu früh Erwachsenen-Aufgaben betreuen musstest, weil Deine Eltern selber krank waren (z.B. depressive Eltern, Eltern mit einer Suchterkrankung z.B. Alkoholismus, Eltern mit einer Persönlichkeitsstörung z.B. Borderline- oder Narzisstische-Persönlichkeitsstörung) macht sich diese Erfahrung später in psychischen oder körperlichen Symptomen bemerkbar.

Weitere Beispiel sind:

  • Du musstest häufig Deine Lebensmittelpunkte, Wohnorte, Länder oder Bezugspersonen wechseln.
  • Du musstest sehr früh und lange in eine Krippe.
  • Du bist mit einer unentdeckten Entwicklungsstörung (z.B. Autismus) aufgewachsen.
  • Deine Eltern haben sich getrennt, als Du ein Kind warst.
  • Du wurdest materiell verwöhnt, aber Dir fehlte es an wahrer Aufmerksamkeit und Liebe.
  • Die Liebe Deiner Eltern wurde an Bedingungen und/oder Erfolge geknüpft.
  • Du wurdest mit Liebesentzug bestraft.
  • Du wurdest verbal gedemütigt oder beleidigt.
  • Du konntest dich nicht frei entfalten.
  • Deine Eltern haben Dir wenig zugetraut.
  • Du warst nie gut genug.
  • Du wurdest zu Handlungen gezwungen (aufessen, schlafen, Toilettentraining…).
  • Schlechte Gefühle waren nicht erlaubt oder Deine Eltern konnten auf Deine Gefühle nicht angemessen reagieren.

Die Liste kann hier fast endlos weitergeführt werden…

Es ist mir hierbei wichtig zu betonen, dass es sich nicht zwangsläufig um eine schlechte Kindheit gehandelt haben muss. Evtl. warst Du sehr glücklich und hast viele gute Erinnerungen an Deine Kind- und Jugendzeit. Auch wenn Deine Eltern es immer gut gemeint haben und Du eine gute Beziehung zu Deinen Eltern pflegst, können sich Glaubenssätze, Strategien und Dynamiken festgesetzt haben, welche heute nicht mehr sinnvoll für Dich sind.

Diese Verletzungen sind doch schon lange vorbei! Was hat das mit den heutigen Beschwerden zu tun?

Ein dauerhafter Zustand der inneren Überforderung wirkt sich negativ auf den gesamten Körper aus, das Nervensystem kollabiert. Negative Gedanken und Gefühle werden aktiviert, ein chronischer Alarm im Körper entsteht. Erhöhte Wachsamkeit und Regulationsstörungen sind weitere Folgen. Dazu kommt, dass unser Organismus über die Fähigkeit verfügt, schmerzvolle Gefühle abzuspalten. Im Falle eines Bindungs- oder Entwicklungstraumas können die seelischen Wunden nicht ausreichend verarbeitet werden. Es bleiben dissoziierte Anteile im Unterbewusstsein und auf der Körperebene.

Im heutigen Leben machen sich Deine Verletzungen aus der Kindheit besonders in Beziehungen bemerkbar oder in Krisensituationen.

Ein Trauma kann Erkrankungen wie Burnout, Depressionen, Ängste und psychosomatische Beschwerden (also Symptome ohne organische Ursache wie Bluthochdruck, innere Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel, Restless-Legs-Syndrom, Rückenschmerzen usw.) hervorrufen.

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